Warum Physik studiert?
Mich hat schon in meiner Kantizeit Astronomie und
damit verbunden Relativitätstheorie unheimlich gereizt (auf alle
Fälle das, was ich glaubte, davon verstanden zu haben aus Büchern
wie «A Brief History of Time» von Stephen Hawking). Nach
einigen Gesprächen mit meinem Physiklehrer kam ich von meinem ursprünglichen
Plan, Astronomie zu studieren ab und «lernte richtig rechnen» :)
-- ich schrieb mich für Physik an der Uni Zürich ein und begann
im Wintersemester 96 mein Studium.
Warum Uni und nicht ETH?
Nach einem Informationsabend, an welchem Professoren
von beiden Unis dort waren, haben mich die Unileute einfach
mehr überzeugt.
An der ETH fangen heute glaube ich mehr als 100 Physiker an,
an der Uni sind es vielleicht 15 man merkt, dass es ein wenig
anders läuft.
Zudem wollte ich nicht jeden Tag auf den Hönggerberg fahren.
An der Uni ist alles schön kompakt auf dem Irchel, Physik
und Mathe im gleichen Gebäude.
Warum «theoretische Physik» und
warum immer die Betonung?
Mich interessierten immer die Möglichkeiten,
die man hat, wenn man mit sehr wenig anfängt und durch geschickte
Annahmen viel daraus macht. Experimentalphysiker verstehen, wie Maschinen
funktionieren, wie man Experimente durchführt usw. ich fand
das immer zu kompliziert und verstehe davon eher wenig. Da man ja kein
falsches Bild von «richtigen» Physikern bekommen soll, betone
ich immer, dass ich Theoretiker bin...
Aufbau des Physikstudiums an der Uni?
Erste zwei Jahre: Grundstudium Physik (Experimentalisten
und Theoretiker zusammen) mit Anfängerpraktikum, grosses Nebenfach
(Vorgeschrieben: Mathematik), kleines Nebenfach (freie Auswahl, auch
Phil. I Fächer wie Philosophie möglich, allenfalls Gesuch
nötig).
Nach dem ersten Jahr 1. Vordiplom, nach dem zweiten
Jahr 2. Vordiplom. Bei Anmeldung zum 2. Vordiplom entscheiden, ob man
Experimentalphysik oder Theoretische Physik im Hauptfach wählt
und dann entsprechend andere Fächer prüfen lassen. Beim 2.
Vordiplom werden auch das grosse und das kleine Nebenfach abgeschlossen.
Weitere Jahre (mindestens zwei): Studium im
Hauptfach Experimentalphysik oder Theoretische Physik. Man besucht
eine Anzahl vorgeschriebener Vorlesungen aus dem anderen Bereich und
macht gleichzeitig den Vorlesungszyklus im Hauptfach. Daneben bzw.
danach besucht man Spezialvorlesungen im Hauptfach und absolviert
das Vorgerücktenpraktikum.
Danach Diplomarbeit und mit Abgabe der Diplomarbeit
Anmeldung zu den Schlussdiplomprüfungen (je eine in Experimentalphysik
und eine in theoretischer Physik).
Vorlesungen im Physikstudium an der Uni?
Grundstudium (1. und 2. Jahr)
Mathematik: Analysis I bis III, Lineare Algebra
I und II, und drei weitere Vorlesungen mehr oder weniger nach Wahl,
empfohlen sind die Mathematischen Methoden für Physiker, welche
aber nicht fürs höhere Lehramt für Mathematik zählen.
Physik: «Anfängervorlesungen» und «Anfängerpraktikum»,
ab dem 4. Semester dann Atomphysik und Theoretische Mechanik.
Nebenfach: Ich machte Astronomie und besuchte die
Einführungsvorlesung «Astronomie», «Theoretische
Sonnenphysik», «Kosmologie» und «Galaxien».
Daneben Astronomiepraktikum.
Hauptstudium (3. und weitere Jahre)
Experimentalphysik: Kern- und Teilchenphysik, Festkörperphysik,
Vorgerücktenpraktikum
Theoretische Physik: «Zyklus Theoretische
Physik», anschliessend an die Theoretische Mechanik: Elektrodynamik,
Thermodynamik, Statistische Mechanik, Quantenmechanik I und II. Danach
Spezialvorlesungen mehr oder weniger nach Wahl (am besten mit Diplomarbeit
abgestimmt), ich machte Schwarze Löcher, Kosmologie, Spezielle
Relativitätsheorie und Allgemeine Relativitätstheorie.
Welche Vorlesungen es gibt und welche man besucht,
hängt von den Professoren ab und vom eigenen Geschmack (und bei
mir, ob man Übungen machen und abgeben musste :) ).
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